Forschungsansatz

Mathematikdidaktische Forschung hat die Aufgabe, das Erlernen von Mathematik zu fördern – sei es in der Schule, der Universität oder außerhalb von beiden. Dazu sollte nicht nur die Mathematik selbst sondern auch Umstände, Geschichte, Voraussetzungen und Gesetzmäßigkeiten des Lernens von Mathematik untersucht und verstanden werden. Doch wie gelangen diese, meist aus dem Kontext gelösten, Erkenntnisse in die Praxis? Und weiß man in der Praxis nicht oft besser, wie Mathematik gelernt und unterrichtet wird? Seit langem ist bekannt, dass es weder durch Fortbildungen gelingt, in denen solche Erkenntnisse schlichtweg mitgeteilt werden, noch durch von oben verordnete curriculare Änderungen, nachhaltige Veränderungen der Unterrichtspraxis zu bewirken. Die Methode der Entwicklungsforschung im Rahmen von kollaborativer Interventionsforschung bietet hier einen Ausweg. Diesen Ansatz kann man wie folgt charakterisieren:

Entwicklungsforschung

Innovativer Mathematikunterricht ensteht nicht allein aufgrund allgemeiner mathematikdidaktischer Erkenntnisse – er muss entwickelt werden und dies in Zusammenarbeit mit Mathematiklehrern. Dabei spielen sowohl mathematische und allgemein wissenschaftliche Hintergründe eine Rolle wie auch während der Entwicklung wissenschaftlich, d.h. ohne sich etwas vor zu machen, gewonnenen Erkenntnisse. Doch auch so manche vom wissenschaftlichen Standpunkt überzeugende Idee erweist sich als nicht durchführbar und gleichzeitig entstehen immer wieder überraschende Ansätze aus der Praxis. Am Ende einer Unterrichtsentwicklung stehen nicht nur weitere Erkenntnisse, sondern der in der Praxis implementierte innovative Mathematikunterricht, von dem nachvollziehbar gezeigt wurde, dass er durchführbar ist und seine Ziele nachweisbar erfüllt.

Intervention

Aus der Durchführung und aus der kritischen Betrachtung der Praxis heraus ergeben sich vielfältige mathematikdidaktische Frage- und Problemstellungen, die eine gemeinsame Intervention in die Praxis rechtfertigen. Die zielgerichtete Entwicklung von praktikablen Unterrichtsentwürfen kann beitragen, die Praxis nachvollziehbar und nachhaltig zu verbessern. Viele Probleme der Praxis sind in ähnlicher Form schon an anderer Stelle oder in der Vergangenheit auf ähnliche Weise betrachtet worden. Falls in solchen Situationen auch Lösungen gefunden wurden, dann sind diese Lösungen noch lange nicht direkt übertragbar und vor allem nicht implementiert. Zur Entwicklung innovativen Unterrichts, der einen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten kann.

Aktionsforschung

Im hektischen Arbeitsalltag von Lehrern gibt es wenig Gelegenheiten, das eigene Handeln zu reflektieren und die eigene Praxis systematisch weiter zu entwickeln. Der gelegentliche Besuch von Fortbildungsveranstaltungen kann zwar den Horizont erweitern, hat aber in der Regel kaum Veränderungen der eigenen konkreten Unterrchtspraxis zur Folge. Die Methode der Aktionsforschung ist eine systematische Möglichkeit für Lehrer, die eigene Praxis zu erforschen und gezielt weiter zu entwickeln. Hierdurch sind nachhaltige Veränderungen in der Unterrichtspraxis individueller Lehrer zu erreichen. Die Entwicklung von Unterricht in math-il.de ermöglicht den beteiligten Lehrern, einen tieferen und systematischen Einblick in die eigene Unterrichtspraxis zu gewinnen und diese dadurch weiter zu entwickeln.

Zusammenarbeit

Die individuelle Interessenlage der unterschiedlichen Partner bei der gemeinsamen Entwicklung von Unterricht durch Lehrer und Mathematikdidaktiker und durch das Feedback der Schüler ist sehr unterschiedlich: Die beteiligten Lehrer sind vor allem an der Weiterentwicklung ihres eigenen Unterrichts und der Weiterentwicklung der eigenen Praxis interessiert, die beteiligten Wissenschaftler möchten solche Entwicklungsprozesse und die damit verbundene Lernprozesse bei Schülern, Lehrern und sich selbst verstehen und objektivierbare Erkenntnisse daraus gewinnen. Die Schüler interessiert in erster Linie ihr eigener einmalig stattfindender Lernprozess, zu dem sie motiviert, unterstützt und befähigt werden möchten. Statt bei einer solch unterschiedlichen Interessenlage jede der Gruppen direkt an den jeweils eigenen sich ergänzenden Zielen arbeiten zu lassen (kooperativ), wählen wir in math-il.de eine Form der Zusammenarbeit, bei der die unterschiedlichen Gruppen gemeinsame Ziele formulieren (kollaborativ), an denen sie in unterschiedlichen Rollen arbeiten. Ganz konkret ist dies die Entwicklung von Mathematikunterricht, der von den im Projekt beteiligten Lehrern gegeben wird. In der Abbildung sind die unterschiedlichen Rollen im Entwicklungslabor math-il.de dargestellt.

Projektübersicht

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Das sagen die Teilnehmer

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Birgit Görner, Solingen

» math-il.de zeigt vielfältige Möglichkeiten auf, meine Schülerinnen und Schüler sowohl in meinem eigenen Unterricht als auch außerhalb des Unterrichts in Projekten, Wettbewerben, Vorträgen und Informationsveranstaltungen für Mathematik zu begeistern. «

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